
The Dark Shadows stehen für gitarrenlastigen Sound, mit leisen Auszügen düsterer Melodien; verbunden mit lautem, schnellen Punkrock und gepaart mit einer Mischung aus Psychobilly und Rockabilly – eine bunte Mischung und somit eine tolle Abwechslung zu den alltäglichen Bands die einem begegnen. Wie also fanden Drei starke, selbstbewusste Frauen, wie ihr es seid, zueinander? Und woher kommt der Drang, die verschiedensten Musikstile zu vereinen, um daraus The Dark Shadows Entstehen zu lassen?
Carly (Bass) und ich waren bereits Freunde bevor wir die Band gründeten. Wir trafen uns bei einem Gig in Sydney und fanden gleich, dass wir den gleichen Geschmack und Stil teilten, so fragte ich sie ob sie nicht Bass spielen will glücklicherweise sagte sie ja. Am Anfang haben wir zu zweit ein bisschen hier und ein bisschen dort gearbeitet, bevor wir den richtigen Drummer gefunden hatten. Es kamen einige Drummer und sie gingen auch wieder, bis wir dann auf Ned trafen – zu dem Zeitpunkt spielte sie bei The Fyreflyes. Als sich die Band getrennt und unser Drummer uns verlassen hatte, fragten wir Ned ob sie sich uns anschließen wollte und so wurden The Dark Shadows geboren. Wir hören sehr unterschiedliche Musik und haben einen sehr ähnlichen Geschmack was den Stil angeht – wir mögen es vielfältig und verschiedenartig. Ich denke, all diese Einflüsse in Kombination mit unserem eigenen Spielstil machen den Sound von The Dark Shadows aus.
Es ist Oktober und ihr seid unsere „Band des Monats“. Wie ist das für euch, ein solches Feedback zu erhalten? Hattet ihr schon oft die Möglichkeit Interviews für Magazine zu geben?
Wir fühlen uns sehr geehrt „Band des Monats“ im Static Magazin Germany zu sein. Insbesondere in dem Monat mit dem coolsten Feiertag… Halloween! Es ist ein fantastisches Jahr für The Dark Shadows geworden. Wir hatten das Glück an viele erstaunliche Orte in der ganzen Welt zu reisen und so viele großartige Menschen kennen zu lernen. Es ist überwältigend wenn wir daran zurückdenken. Wir sind jedem so dankbar für all die Hilfe und Unterstützung die wir in dieser Zeit bekommen haben und hoffen auch weiterhin Musik zu machen zu können, um sie mit Jedermann zu teilen. Ein großes Dankeschön dem Static Magazin Germany das wir ein Teil des Magazin sein können.
Auch ein Label hat sich nun gefunden – Halb-7-Label aus Potsdam. Wie seid ihr gerade auf dieses Label aufmerksam geworden?
Es war ein Typ namens Bennyzin, er spielt in einer deutschen Psycho Band The Hot Wheels und schreibt auch für das Psychomania Magazin. Er hatte vor einiger Zeit Kontakt zu uns aufgenommen, um über unsere Musik zu berichten. Daraufhin hat sich FX von Psychomania/Halb-7 Records bei uns gemeldet und angefragt, ob wir nicht Lust hätten einen The Dark Shadows Track dem Psychomania Sampler beizusteuern. Wir wurden direkt darauf für das Psychomania Rumble Festival 2009 in Potsdam gebucht – unsere erste Europa Tour. Halb-7 Records waren scharf darauf, eine Compilation der ersten beiden unabhängig voneinander erschienenen EPs „Identity“ und „Stand off“ mit einigen Film-Clips vor allem für das europäische und britische Publikum zu veröffentlichen. Auch die neue EP „Invisible“ erscheint durch Halb-7 Records in Europa/UK. In Australien und dem Rest der Welt läuft die Veröffentlichung über unser eigenes Label „Select-A-Vision Records“.
Schon seit ein paar Jahren macht ihr die Szene unsicher. Ihr spielt mit Bands wie 45 Grave, Mad Sin und Koffin Kats und füllt die Konzerte mit tanzwütigen Menschen. Ihr habt euch einen Namen gemacht und kaum einer kennt nicht The Dark Shadows. Wie ist es für euch, mit so bekannten Größen unterwegs zu sein und das Feedback der Fans zu erleben?
Ich bin dankbar für jeden Tag and dem wir Musik machen und sie mit der ganzen Welt teilen können. Tief in mir wusste ich immer, dass ich genau das tun sollte. habe immer zu auf mein Herz gehört. Musik ist mein Leben und meine Leidenschaft. All die Zeit und die viele harte Arbeit nehmen wir für The Dark Shadow“ gern in Kauf. Wir lieben die Herausforderung und genießen jede Minute davon. Wir sind so glücklich darüber, dass wir die Chance und Möglichkeit bekommen haben, mit so vielen großartigen Bands zu spielen und so wundervolle, inspirierende und interessante Leute getroffen zu haben. Es ist wie in einem Traum gewesen und mit soviel Spaß verbunden. 
In diesem Frühjahr 2010 habt ihr wohl sämtliche Tour-Rekorde gebrochen und habt in kürzester Zeit mehr als 40 Gigs gespielt. Ihr habt 7 Länder bereist und so viel gesehen und erlebt. Was bedeutet es euch LIVE zu spielen, zu touren und die Atmosphäre jedes einzelnen Konzertes zu spüren?
Wir lieben es zu touren. Es kann manchmal anstrengend sein - zu wenig Schlaf, die ganze Zeit in einem Van zu stecken, Zahnpasta Explosionen im Gepäck, Bass-Verstärker die unterwegs in die Luft flogen, doch nicht mal die Aschewolke über Europa konnte uns davon abhalten, zu tun was wir tun. Es liegen so viel tolle Erfahrungen auf diesem Weg und wir lieben es neue Orte zu erkunden, Menschen zu treffen und zu sehen, wie die Musik all die verschiedenen Charaktere und Menschen von überall auf der Welt zusammenführt. Wir sehen auch immer die Lächerlichkeiten in sämtlichen Situationen und können später darüber immer gut lachen. The Dark Shadows haben es schon immer geliebt live zu performen. Wir lieben die Elektrizität und die Energie auf der Bühne und das Feedback der Fans. Es ist so cool und immerzu überraschend die Menschen im Publikum zu sehen, wie sie unsere Songs singen - und das am anderen Ende der Welt. Wir können es nicht glauben.
Auch das Wave Gotik Treffen in Leipzig war ein Teil eurer Tour – der absolute Wahnsinn! Als wir euch kurz vorher in der Stadt getroffen haben, wart ihr super gelassen und entspannt. Ist es für euch eine Art mentale Vorbereitung auf die Show, indem ihr die Städte erkundet, in denen ihr spielt? Oder habt ihr da ganz andere Methoden?
Jeder von uns liebt es zu reisen. Ich denke wir alle haben ein gutes Gespür für Abenteuer und obwohl wir nicht immer die Zeit haben all das zu sehen und zu tun was wir gern würden, versuchen wir all die Atmosphären und Kulturen die uns in den Städten begegnen, in uns aufzusaugen. Das WGT war spaßig! … wir waren schon lange auf Tour, ohne es dorthin geschafft zu haben. Ich persönlich konnte es kaum erwarten, weil ich so viele coole Dinge über das Festival und die bands, die dort spielen gehört hatte. Europa ist solch ein verblüffender Platz mit viel Kultur und Geschichte. Wir lieben die Erkundung der kopfsteingepflasterten Straßen und mittelalterlichen Städte.
Obwohl meine Wurzeln Niederländisch/Australien sind, fühlte ich eine echte Affinität zu Deutschland und den Menschen. Ich liebe es, wie die Musik und Kunst dort geachtet und geschätzt wird.
Ich erinnere mich gern an euer Konzert im Felsenkeller zurück. Die Location war großartig und die Bands, die mit euch den Abend rockten, waren perfekt gewählt. Ihr durftet als vierter Act an diesem Abend die Menge begeistern. Wie habt ihr diesen Abend erlebt? Und wie war es für euch, alte Bekannte wie u.a. The Deep Eynde wieder zu treffen?
Das war eine großartige Nacht! Es war ein wirklich witziges Line Up und es war cool mit unseren Freunden von Koffin Kats gleich zu ziehen und all die anderen Bands zu treffen. Es war toll genau vor The Deep Eynde zu spielen. Ich war sehr gespannt auf ihr Set und sie legten eine fantastische Show hin. Ich mag das neue Album sehr und habe es mir direkt nach der Show gesichert – seitdem läuft es auf Dauerschleife. Das WGT ist ein tolles Treffen mit so vielen Leuten aus der ganzen Welt, die zusammen kommen um all die dunklen und gruseligen Dinge zu feiern. Wir liefen direkt nach unserer Show im Felsenkeller in einen Haufen australischer Landsleute. Wir waren total begeistert als wir hörten das Alien Sex Fiend an diesem Abend noch eine Show gaben. Direkt nach dem Koffin Kats spielten, zogen wir los um sie zu sehen. Ich war nach diesem rockigen Auftritt genau in der richtigen Stimmung, um in eine fremde Dimension von ihren verrückten trance-artigen Klängen transportiert zu werden. Nach der Show landeten wir bei der „When We Are Young“ Party. Dort spielten sie so tolle Musik, dass wir am nächsten Morgen gerade noch rechtzeitig zum Hotel zurück kamen, um uns fertig zu machen und in den Bus zu springen für die nächste Show in Stuttgart. Was für ein Spaß!
Es liegt eine dreimonatige Tour hinter euch und nun seid ihr zurück in Sydney. Doch kein Abbruch in sicht – es stehen schon wieder einige Konzerte auf dem Plan. Ist es für euch manchmal schwer rund um die Uhr unterwegs zu sein? Gibt es so etwas wie Heimweh oder genießt ihr die Zeit in vollen Zügen und nehmt die Distanz zu Freunden und Familie gern in Kauf?
Ich liebe was ich tue. Es ist, was ich bin und mein Leben. Und ich realisiere wie glücklich ich bin all diese verrückten Dinge tun zu können. Ich genieße jede Minute. Es kann anstrengend sein so viel Zeit auf Tour zu verbringen, aber es passiert so viel cooles Zeug, das man gar keine Zeit hat Heimweh zu bekommen. Das schlimmste für mich war auf der letzten Tour speziell die Woche in Italien, denn jedes Mal wenn ich die Möglichkeit hatte mich einzuloggen, um meine E-Mails zu lesen, waren schlechte Nachrichten von zu Hause dabei – Angehörige die krank wurden etc. Das war traurig, weil du nichts tun kannst, wenn du in einem Van auf der anderen Seite der Welt bist. Du fühlst dich hilflos. Am Ende stellt sich heraus das alles okay ist, aber im ersten Moment wünscht man sich eine Zeitmaschine, um sich kurz nach Hause zu befördern.
Nun aber zurück zur Musik und den Ergebnissen der letzten Jahre. Ihr habt uns 3 EPs – prall gefüllt mit rockigen, lauten Stücken; tiefgründigen Texten und tanzbaren Material – um die Ohren gehauen. Wir sprechen von „Identity“, „Stand Off“ und eurem aktuellen Werk „Darkness Calls“. Wie entstehen die Ideen für eure Texte? Sind es hauptsächlich persönliche Erfahrungen oder habt ihr auch ab und an den Drang dazu, in außerirdische Gefilde abzudriften?
Ich mag es fremde Regionen zu erkunden. Ich fühle mich viel mehr zu Hause dort. Das Songwriting ergibt sich in der Regel aus einer Kombination von eigenen Erfahrungen und denen um mich herum, sowie Beobachtungen und ich lasse meiner Phantasie freien Lauf. Wir bearbeiten die Songs im Studio und Proberaum und lassen das Chaos sich entwickeln und folgen ihm, wo immer es auch hinführt.
Und auch auf ein besonderes Highlight habt ihr eure Fans nicht lange warten lassen – eine giftgrüne limitierte Single Vinyl. Wird es in Zukunft weitere Überraschungen dieser Art von euch geben?
Auf unserer Europa-Tour haben wir so viele Leute getroffen, die interessiert daran waren unsere Musik auch auf Vinyl zu bekommen, dass wir uns entschieden haben unsere erste 7“ Vinyl Single „Denial / Sleeping with a Vampyre“ auf einer grüne Platte zu pressen. Unsere neue EP „Invisible“ wird ebenfalls auf einer limitierten 10“ Vinyl erscheinen – inkl. Download-Codes. Wir lieben Vinyl! Ich fand schon immer dass es etwas Magisches hat, wenn man sich die Art und Weise anschaut wie man eine Platte vorsichtig aus der Hülle nimmt und sie auf dem Plattenspieler legt, wie man ihr beim drehen zu schaut und die Kunst studiert, während man gleichzeitig die Stimmung und den Sound der Musik aufnimmt.
Im September ist es soweit – eure neue EP „Invisible“ steht in den Startlöchern. Am 23. September (The Batcave - Club 77, Sydney) haben eure Fans erstmalig die Möglichkeit die neuen Songs live zu hören. Wann werdet ihr eure neue EP auch in Deutschland vorstellen? Gibt es Pläne für eine Tour?
Wir werden für eine kurze Promo-Tour in der Zeit vor Halloween nach Deutschland kommen, um unsere neue EP vorzustellen und spielen nur ein paar exklusive Shows in Deutschland, Belgien und Japan. Ebenfalls wurden wir von dem Online-Magazin Woho Music UK zu der 30. New Model Army Jubiläums-Show in Nottingham (UK) eingeladen. Wir stehen wirklich auf ihre Musik und Carly, die ein Riesenfan ist, wurde als Überraschung von Wohomusic, die von ihrer Leidenschaft in einem Interview mit uns dieses Jahr in Sydney erfahren hatten, gefragt, ob sie die Band interviewen würde Wir freuen uns riesig zurück nach Europa zu kommen und unseren Fans das neue Material um die Ohren zu hauen.
Gern möchten wir noch etwas über eure Person erfahren. Wie würdet ihr euch selbst beschreiben? Habt ihr irgendwelche Eigenarten, die euch selbst immer wieder überraschen?
Lang, dünn, mit großen Füßen und einer lauten Stimme! Engagiert, ernst fleißig, loyal und leidenschaftlich. Ich erwache in der Nacht und schlafe am Tag. Ich genieße es in coolen Cafes abzuhängen, Tee zu trinken und über das Universum nachzudenken. Fasziniert von fremden und den unterschiedlichsten Charakteren in verrückten Klamotten. Der Tag, die Nacht und das Leben hat nicht genug Stunden, um all das zu tun, was man will. Und ich bin immerzu überrascht von meinem schrägen Humor.
Stellt euch vor, ihr dürftet einen Tag lang wer komplett anderes sein. Auf wen würde eure Wahl fallen? Und was würdet ihr dann gerne tun?
Es ware lustig, meinen Namen in Helm zu ändern, in der zeit zurückzuspringen und ein Teil des making ofs des Films Metropolis zu sein. Es wäre so interessant, hinter die Kulissen zu sehen, zu sehen wie sie diese fantastischen Kostüme und Sets entworfen haben und überhaupt das ganze Konzept von Anfang bis Ende verfolgen zu können. Dieser Film hat genauso viel Bezug zu heute, wie damals… wir sind die Zombie-Nation.
Nun habt ihr die Gelegenheit, noch ein paar Worte an unsere Leser zu richten. Was auch immer ihr noch loswerden möchtet – ihr habt nun die Gelegenheit dazu!
Anders zu sein, macht Dich stark! Du kannst sein, wer du sein willst – du musst nur stark sein; dem treu bleiben, woran du glaubst und keine Angst davor haben, an deinen Träumen festzuhalten.
Ich danke für dieses tolle Interview und freue mich schon sehr, euch bald wieder zu sehen!
Vielen Dank für eure Unterstützung und die Möglichkeit, ein Teil des Static Magazins zu sein. Bis bald!