Neues Deutsprachiges, das gab es ja lange nicht mehr, abgesehen von DAF, die wohl auch noch in den nächsten 50 Jahren Konzerte spielen werden, aber nachdem Malaria, X-Mal Deutschland und Co. irgendwann einfach nicht mehr existent waren, sah es doch für eine Weile recht trüb aus.
Das hat sich aber im Dezember 2010 schlagartig geändert, als drei Burschen aus dem Süden bei Stuttgart sich zusammen taten, um etwas zu machen das es lange nicht mehr gab ,wenn nicht sogar Jahrzehnte. Das Gesamtalter unsere Band des Monats im Oktober beträgt gerade mal 54 Jahre und wer rechnen kann wird feststellen, dass dies geteilt durch drei Bandmitglieder ein recht junges Alter ergibt. Somit hat keiner dieser Herren auch nur im Ansatz die damalige Musikkultur (70/80) live miterlebt und darum überrascht es mich umso mehr, dass Die Selektion ein so großes musikalisches Spektrum mit sich bringt.
Seit bald einem Jahr spielen Luca (Gesang), Max (Programmieren und Synthis) und Hannes (Trompete) zusammen und können auf eine beachtliche Live Historie zurück schauen. Über 20 Konzerte haben sie deutschlandweit gespielt, im Oktober werden sie eine kleine Tour durch Italien machen und ich bin mir sicher, dass sie dort genauso einschlagen werden wie hier.
Erst vor wenigen Wochen erschien ihre erste LP "Die Selektion - Die Selektion" mit insgesamt 11 Tracks. Gleich vorweg, wer sich die LP kaufen will sollte sich beeilen, da diese limitiert ist und es lediglich genau 300 Stück davon gibt.
Größten Respekt habe ich vor allem vor Hannes, der mit der Trompete eine beachtliche Leistung hinlegt und wer weiß vielleicht wird die Trompete ja auch dank, Die Selektion nicht immer als das schnöde Opa Instrument angesehen. Auf Anhieb fällt mir keine Band ein die eine Trompete als festes Instrument mit eingebaut hat und das ergibt gleich einen weiteren Pluspunkt.
„ Steine auf dein Haupt“ ist für mich einer der besten Songs, Lucas Stimme, die irgendwie immer aus den Tiefen widerhallt, eingängige Beats und dann die Trompete. Also wer hier nicht automatisch tanzen will, dem kann ich auch nicht mehr helfen.
Bei „Raben“ wird dann noch eine Orgel mit eingebaut und perfekt ist ein Album, das überwiegend elektronisch angehaucht ist, aber nicht mit dem üblichen Elektrogeschrammel , das uns bisher begegnet ist.
Mein absolutes Lieblingsstück ist und bleibt aber „Liliana“, ein asolut eindringliches und emotionales Lied, das auch vom Text her alles auf den Punkt bringt .
Eins ist aber jetzt schon klar, das Die Selektion was geschafft hat, das seit Jahren keiner mehr geschafft hat, nämlich Electro, Synthie und Gothrockfans auf ein und dieselbe Tanzfläche zu bewegen. Genau das macht wohl auch die Musik aus und dafür bin ihnen echt dankbar.