
Zwei Mann, die die Power von zehn in sich vereinen, das sind
Brotherhood aus Schweden. Wer hätte gedacht, dass sich hinter den etwas unscheinbar aussehenden Männern Stefan Eriksson (Hintergrund-gGsang) und Micke Lönngre (Gesang/Gitarre) eine der Musiksensationen der letzten Jahre steckt. Live wird das Duo von Martin Roos an der Gitarre und Johan Mören (Memento Mori) unterstützt
Auf ihrer Webseite ist zu lesen, dass sie die 80er in ihrem Herzen tragen und damit sind nicht alberne Frisuren und Klamotten gemeint. Nein, die Musikentwicklung der 80er Jahre, die nachhaltig so viel beeinflusst hat - und das hört man.
Die Musik ist dunkel, melancholisch, gewaltig und vor allem tiefgründig. Die Texte sind vom Leben gezeichnet und kommen teilweise mit quälenden Schmerz daher, aber genau das ist es, was einen anzieht.
Das Album „Turn the gold to chrome“ startet mit dem Song „End of time” und beim Intro wird schnell klar, dass die Liebe zum Synthi auch nicht von ungefähr kommt. Der ganze Song ist so imposant, dass man gar nicht weiß, wie man damit umgehen soll. Denn meistens kommen die Knaller Song irgendwo in der Mitte eines Albums, aber mich hat keiner vorgewarnt dass das gesamte Album eigentlich nur daraus besteht. Das Einzige, was man Brotherhood vielleicht zur Last legen kann ist, dass das hier kein Happy Feeling Album ist…aber ob das nun ein Manko ist das liegt im Auge des Betrachters.
Song wie „Shame“ sind so völlig gegensätzlich zum dem Anfang des Albums, elektronisches/minimalistisches Intro unterlegt mit einer Drummaschine, die sich sehen hören lassen kann und dazu wieder diese Stimme, die so viel Kraft in sich trägt das man einfach dem Text lauschen muss, um ja nicht eine Silbe zu verpassen.
„Abigal“ wiederum ist gitarrenlastiger und die hallende Stimme lässt einen direkt das Dunkle spüren und verführt einen zum Tanzen in der verlorenen Unendlichkeit.
Alle Fans der 80er Gothic Ära werden sich bei Song wie „So many Stars“ und „Sleepwalking“ einfach nur zurückversetzt fühlen in eine Zeit, in der die Leidenschaft der Musik nicht nur ein Slogan war, sondern das Lebensgefühl, in einer Zeit in der Texte als Spiegel des Künstlers dienten und in der es nur darauf ankam, seiner Liebe zu Musik Ausdruck zu verleihen.
Mein absoluter Favorit ist allerdings „Lost“. Das ist wieder einer der seltenen Songs, die fürs Leben geschrieben wurden. Alleine der Text ist so wahr und so beängstigend zu gleich, das man ihn hören muss.
Im Ganzen ist einfach zu sagen: Brotherhood haben eine neue Messlatte des Schaffens erstellt und es wird nicht einfach dies zu knacken.
Mehr Infos hier: