
Neben all den jungen Bands, die erst anfangen, ihre Geschichte zu schreiben, ist
Press Gang Metropol wohl eher eine Rarität, da die musikalische Geschichte doch ein gutes Stück zurück reicht. Denn Press Gang Metropol sind niemand geringeres als Corpus Delicti, jedoch ohne ihre Drummerin Roma.
Die musikalische Entwicklung zwischen Corpus Delicti und Press Gang Metropol der vier Franzosen ist es zu verdanken, dass Press Gang Metropol eindeutig eine eigenständige Band ist, die mit ihrem ganz eigenen Charm und Sound einschlägt, wie eine Bombe und einen bleibenden Krater hinterlässt.
„Until“ beginnt mit einer Indie-lastigen Gitarre, der Bass fügt sich super darin ein und Sebastién krönt das Stück zu einem sehr angenehmen Ohrwurm, der definitiv Livepotential hat. Im Laufe des Liedes tänzeln Bass und Gitarre umher, versprühen dabei ein Gefühl von Leichtigkeit, ziehen einen ziemlich schnell mit in ihre kleine Welt, in der einfach alles in Ordnung scheint…
„Answers“, sicherlich bereits einigen durch das bereits vor einer Weile erschienene Video bekannt, kommt mit einer Joy Division-ähnlichen Leichtigkeit daher. Der Bass gibt den Ton an, die Drums sanft im Hintergrund, die Gitarre klingt gar noch weiter weg, bis zum Refrain, in dem sie klar dominiert. Sebastién’s Gesang reißt spätestens jetzt den Hörer sofort mit… Melancholie, Ästhetik, Leidenschaft … all das gibt es in seiner Stimme zu hören.
Der Titelsong „Checkpoint“ ist wieder etwas gitarrenlastiger, am Anfang, klingt gar etwas shoegazig, schleppt eine Atmosphäre mit sich, die sich ziemlich kalt anfühlt, aber auf eine angenehme Art und Weise. Der Refrain bildet auch hier erneut einen Ohrwurm, einmal gehört, beim nächsten Mal mitgesungen. Auch dieser Song könnte auf Dauer eindeutig ein Live-Klassiker werden.
„The Escape“ ist ein relativ Indie-lastiger Song, was bei weitem nichts schlechtes bedeutet. Er zeigt wunderbar auf, wie sich die Musiker über die Jahre weiterentwickelt haben und, um es schlicht auszudrücken, rockt! Eine verspielte Gitarre, ein treibender Bass, der mit den Drums perfekt harmoniert und das Ganze wird von Sebastién’s, stellenweise sehr ‚abwesend‘ klingenden, Gesang gekrönt. Ein tolles Stück zum Tanzen, Träumen und mitsingen!
Alles in Allem stellt „Checkpoint“ ein sehr gutes Album dar, das in keiner CD-Sammlung fehlen sollte. Corpus Delicti-Fans sollten keine 1:1-Kopie erwarten, aber die Spuren sind eindeutig noch da, jedoch musikalisch sehr schön in weitaus reiferen Kompositionen verpackt!
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